AD(H)S

   
Frecher JungeEine Aufmerksamkeitsstörung mit oder ohne Hyperaktivität (ADS, AD(H)S) zeigt sich durch fehlende Ausdauer bei Leistungsanforderungen und mangelnder Konzentration. Die Aufmerksamkeit kann nicht gezielt gesteuert werden. Die Kinder / Jugendlichen neigen dazu, nicht bei der zu bearbeitenden Aufgabe zu bleiben und stattdessen zu anderen Tätigkeiten zu wechseln. Sie können wenig bis keine Motivation für unliebsame Aufgaben aufbringen.

Manche betroffenen Kinder zeigen zudem unruhiges Verhalten, „nicht stillsitzen können“ (Hyperaktivität). Dies äußert sich z.B. in plötzlichen unangemessenen Bewegungen oder verbalen Äußerungen.
Vielfach wird impulsives Verhalten gezeigt, welches häufig nicht in den sozialen Kontext passt.

Belastende Folgen einer Aufmerksamkeitsstörung sind oft, dass die Kinder / Jugendlichen ihre Begabungen nicht erschließen können. Sie selber spüren deutlich, dass sie eigentlich die gestellten Aufgaben bewältigen könnten, sie jedoch häufig nicht adäquat und gezielt meistern können. „Die Kinder können sich auf sich selber nicht verlassen“.
Immer wieder werden Aufgaben sogar sehr gut bewältigt, dann wieder nicht, obwohl eigentlich alles gelernt und verstanden ist. Wissen kann im entscheidenden Augenblick oft nicht abgerufen werden. Es werden häufig Flüchtigkeitsfehler gemacht.

Meistens leiden die Kinder und Jugendlichen sehr unter diesen Umständen. Sie verlieren oft die Überzeugung überhaupt Leistung erbringen zu können und bezeichnen sich als „dumm“ oder als „Versager“. Ein negatives Selbstbild entsteht.

"Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."
(Albert Einstein)

Die Eltern der betroffenen Kinder und Jugendlichen fühlen sich oft hilflos. Sie versuchen ihren Schützlingen zu helfen und meistens scheinen die aufgestellten Regeln, Maßnahmen, Erziehungsmethoden nichts zu verändern.

Aufgrund der Hilflosigkeit werden oft eigentlich abgelehnte Erziehungsmethoden angewandt. Die Eltern sind „am Verzweifeln“. Häufig sind sie zusätzlich durch Kommentare von Mitmenschen, Klagen von Lehrern oder Medienberichten stark verunsichert.

Diesen Kindern / Jugendlichen mit Ihren Eltern kann durch eine Therapie geholfen werden, die sich aus unterschiedlichen Elementen zusammensetzt (multimodale Therapie).

  • Wissensvermittlung zum Thema: AD(H)S für Kinder, Eltern und evtl zusätzlichen Bezugspersonen. Die Kinder und Jugendlichen werden sensibilisiert für ihre Stärken und Schwächen. Sie lernen Methoden und Strategien kennen um mit ihren Symptomen sinnvoll umzugehen. Sie lernen ihr Verhalten (Lern- und Arbeitsverhalten) besser zu steuern.
     
  • Der Aufbau einer positiven, stabilen Beziehung ist der wichtigste Baustein jeder erfolgreichen Therapie. Dies ist bei AD(H)S- Kindern besonders wichtig, da Freude, Neugierde, Interesse und eine positive Atmosphäre entscheidende Bedingungen für die Entstehung von Motivation darstellen. Vernunft allein reicht nicht aus um das Verhalten zu verändern.
     
  • Vermittlung und Einüben von individuell abgestimmten Methoden und Strategien um die negativen Auswirkungen vom AD(H)S einzudämmen z.B. Belohnungssysteme als extrinsische Motivationshilfe. Diese können den Kindern ermöglichen die Anfangshürde des Lernens zu erleichtern und über einen längeren Zeitraum hinweg sich anzustrengen und mitzuarbeiten.
    Zugleich erfolgt eine Stärkung der positiven Auswirkungen von AD(H)S und der persönlichen Stärken des Kindes.
     
  • Die emotionale Befindlichkeit des Kindes kann verbessert werden: Dadurch, dass sich das Kind u.a. in seinen Emotionen besser kennenlernt und durch eine Verbesserung des Lern- und Arbeitsverhaltens können wieder Erfolge und Selbstwirksamkeit erlebt werden. Der Selbstwert des Kindes kann erhöht werden hin zu einem positiven Selbstbild. In der Folge können Versagenserlebnisse besser verarbeitet werden, mögliche Prüf- und Leistungsängste abgebaut werden.
     
  • Das Sozialverhalten kann verbessert werden durch Methoden der Selbststeuerung. Das Kind / der Jugendliche lernt sich selber besser wahrzunehmen, sich mitzuteilen und adäquater zu reagieren. Verhalten und Handlungen können somit besser gesteuert werden, was dazu führen kann, dass positive Rückmeldungen vom sozialen Umfeld zunehmen.
     
  • Strategietraining und Lerntraining zur Verbesserung der Handlungsplanung und des Arbeits- und Lernverhaltens: Selbstinstruktionstraining, kognitives Modellieren, verbale Handlungsregulierung, Vermittlung von effektiven Lernstrategien und Lernmethoden sowie Vermitteln und Einüben von Motivationstechniken bei Antriebshemmung.

Die lösungsorientierte Elternberatung ist ein wichtiger Baustein der AD(H)S – Therapie

 
Dabei wird Wissen über das Störungsbild AD(H)S vermittelt.

Die aktuelle Situation zuhause, im sozialen Umfeld und in der Schule ist dabei Grundlage.
Gezielt werden individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet, reflektiert, gegebenenfalls korrigiert und eingeübt. Dabei wird das Kind stets als Teil des gesamten Familiensystems gesehen.

Therapieinhalte und -ziele werden gemeinsam festgelegt, gegebenenfalls gemäß aktueller Situationen verändert und aktualisiert.

Der Erfolg der Therapie hängt entscheidend von der Mitarbeit der Eltern ab.

In den meisten Lerntherapien erfolgt eine Zusammenarbeit mit externen Stellen: Ärzten, Psychologen, Lehrern, mit denen ich mich gerne in Verbindung setzte.

Für weitere Informationen empfehle ich Ihnen folgende Internetseiten und Bücher:

Besonders für Eltern:

  

  • Erfolgreich lernen mit ADHS ein praktischer Ratgeber für Eltern von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund  |  Verlag Hogrefe
     
  • Lernen mit ADS-Kindern ein Praxishandbuch für Eltern, Lehrer und Therapeuten“ von Armin Born und Claudia Oehler  |  Kohlhammer Verlag
     
  • ADS-Die TopTipps für Eltern, Hefte 1-4  von Dr. med. Elisabeth Aust-Claus  |  OptiMind media Verlag
     
  • Wackelpeter und Trotzkopf: Hilfen für Eltern bei ADHS-Symptomen, hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten mit Online-Materialien“ von M. Döpfner, S. Schürmann und G. Lehmkuhl  |  Beltz Verlag
      
  • Gemeinsam wachsen der Elternratgeber ADHS, von Armin Born und Claudia Oehler  |  Kohlhammer Verlag
     
  • Familienglück wie wir durch Anerkennung eine erfüllte Eltern-Kind-Beziehung erreichen von Jens Corssen und Thomas Fuchs  |  Verlag Knaur als Buch und CD

Für Jugendliche und Erwachsene:

   

  • Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS von Russel A. Barkley  |  Verlag Hogrefe
     
  • AD(H)S - Hilfe zur Selbsthilfe Lern- und Verhaltensstrategien für Schule, Studium und Beruf von Helga Simchen  |  Kohlhammer Verlag
     
  • Clever lernen von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund  |  Verlag Hogrefe
     
  • Vom Aufschieber zum Lernprofi bessere Noten, weniger Stress, mehr Freizeit von Fabian Grolimund  |  Herder Verlag

Besonders für Lehrer/-innen:

  

  • ADHS in der Schule - Übungsprogramm für Lehrer von Gerhard W. Lauth und Kerstin Naumann  |  Verlag Beitz PVU
     
  • ADS in der Schule - Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer von Annette Schröder  |  Verlag Vandenhoeck & Ruprecht

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Weblinks und Literaturempfehlungen:

Auf meinen Themenseiten finden Sie in der Regel weiterführende Links und hilfreiche Bücherempfehlungen für betroffene Eltern. Literaturhinweise speziell für Lehrer/-innen - unter anderem mit Übungsprogrammen - sind dort ebenfalls aufgeführt. Diese Informationen sind sehr hilfreich für den Themeneinstieg und/oder bieten vertiefende Informationen an.